Schwarmageddon

Dieses Jahr zeichnet sich durch eine weit über dem Durchschnitt liegende Schwarzaktivität aus. Die gute Vitalität der Völker gepaart mit dem wechselhaften Wetter schuf wohl die nötigen Voraussetzungen. Dieses Schwarmverhalten beschert unserem Bienenstand eine natürliche Erneuerung des Königinnenbestandes. In der Regel erholen sich früh geschwärmte Völker bis zum Trachthöhepunkt und wir erwarten trotz der Schwarmabgänge, dass unsere Völker bei guter Witterung die Tracht nutzen können. Nun werden die letzten Vorbereitungen für die Wanderung der Bienen getroffen. Wichtig ist, dass nun jedes Volk eine Königin hat und angepasst auf die Volksstärke genügend Raum zur Verfügung hat. Der Wintereinbruch vom letzten Montag verzögert die Tracht in den Bergen um einige Tage, was uns zusätzlich Zeit verschafft.

Schwarmzeit

Die Bienenvölker sind weit entwickelt. Bei den grossen Völkern ist der Schwarmtrieb dieses Jahr stark ausgeprägt. Auf unserem Stand gab es bereits mehrere Schwärme. Die abgeschwärmten Völker werden sich bei guter Witterung schnell erholen. Die Schwärme werden auf Mittelwänden einlogiert. Durch die Schwärme ist die Völkerzahl nun auf 21 angewachsen. Die Königinnen in den halbierten Jungvölkern sind bis auf eine bereits in Eilage. In dem Volk, in dem noch keine frische Brut gepflegt wird, hängen wir eine Kontrollwabe ein und falls die Bienen neue Königinnenzellen anziehen, werden wir eine Reservekönigin einsetzen.
In rund 15 Tagen erwarten wir den idealen Zeitpunkt für die Wanderung. Wir werden in den nächsten zwei Wochen die Völker für die Wanderung vorbereiten.

Willkommen im neuen Bienenjahr

Auch in diesem Jahr gibt es hier wieder Berichte zur Entwicklung der Bienenvölker zu lesen.
Mit 16 Völkern starten wir in die Imkersaison. Die Völker befinden sich in einem sehr guten Zustand und sind größtenteils bereits voll ausgebaut. Blüten sind zahlreich vorhanden und an warmen sonnigen Tagen ist der Bienenflug bereits voll im Gang.
In den nächsten Wochen nutzen wir die gute Ausgangslage um noch einige neue Völker zu züchten und bilden damit bereits jetzt die Basis für das nächste Bienenjahr.
Gespannt sind wir darauf, wie sich das Wetter in diesem Jahr präsentieren wird und welchen Einfluss der El Nino Effekt auf das aktuelle Bienenjahr haben wird.
Es wird sicher spannend und wir freuen uns darüber wenn Sie ab und zu vorbeischauen.
Auch in diesem Jahr unterstützt uns die Technik in der Analyse unserer Bienenvölker. Mittlerweile ist das Internet der Dinge in aller Munde und es ist nichts aussergewöhnliches Sensoren an das Internet anzuschließen. Wir freuen uns über diese Entwicklung und erhoffen uns daraus erleuchtende Einsichten in die Welt der Bienen und deren Umwelt, die wir mit den Bienen teilen.

Honigernte und Varroabehandlung

Die Hitzewelle brachte die Bergtracht im Juli früh und abrupt zum Versiegen. Da keine wesentlichen Erträge mehr zu erwarten waren haben wir nun unsere Völker abgeerntet und sofort mit der Fütterung begonnen.

Bei der Ernte haben wir unsere Völker auch gleich für die Varroabehandlung vorbereitet. Die etwas kühleren Tage erlaubten bereits eine erste Behandlung mit Ameisensäure. Wir achten dabei stets sorgfältig auf die Temperaturen. Diese sollten nicht zu hoch und auch nicht zu tief sein um eine optimale Verdunstung zu erreichen. Die Völker werden noch am Wanderplatz alle gleichzeitig behandelt. So können wir eine Reinvasion der Varroamilbe durch unbehandelte Völker in der Umgebung vermeiden.

Allgemein fällt die Ernte in diesem Jahr gut aus (das Waagvolk gehört mit einer Honigernte von ca 22 kg zu den besseren Völkern). Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung der Völker. Im Vergleich zum Vorjahr gab es wenig Schwärme und die in diesem Jahr gebildeten Völker mit 2015er Königinnen konnten sich zu starken Wirtschaftsvölkern entwicklen. Der Grundstein für die Imkersaison 2016 ist gelegt.

Hochsommer

Seit einer Woche ist Hochsommer und die Temperaturrekorde purzeln von Tag zu Tag. Die Bienen konnten das gute Wetter und die Gebirgstracht bestens nutzen. Um im Honigraum genügend Platz zu schaffen, haben wir unsere Magazine teilweise mit einem dritten Honigaufsatz erweitert (dies sollte auch den Schwarmtrieb, der bei derart guter Tracht einsetzen kann, nochmals bremsen).
Der bisher ertragreichste Tag war der 2. Juli, an dem unser Waagvolk eine Gewichtszunahme von rund 2.9kg registrierte. Der 3. Juli mit einer Gewichtszunahme von rund 1.6kg konnte nicht an das Vortagesergebnis anknüpfen. Nach rund 10 Tagen Hochsommer wäre etwas Regen wünschenswert, damit sich Flora und Fauna vom Hitzestress erholen können. Netto beläuft sich die Gewichtszunahme beim Waagvolk seit dem 31. Mai auf rund 23kg.

Waage04Julib

Gemäss Wetterprognose bleibt es heiss und in den Bergen wird es wohl häufiger zu Gewittern kommen. Somit bieten sich den Bienen in den nächsten Tagen weiterhin gute Bedingungen.

Zwischenstand

Die erste Hälfte der Trachtsaison war von unbeständigem Wetter geprägt. Während die erste Juni Woche noch schönes Wetter bot und die Bienen reichlich Nektar und Pollen sammeln konnten, fielen die darauffolgenden zwei Wochen ins Wasser. Seit letzter Woche hat sich das Wetter wieder verbessert und die Waage zeigte leichte Zugewinne. Heute, am 22. Juni, registrierten wir erstmals einen starken Zugewinn von über einem Kilo. Dies zeigt, dass die Völker das Trachtpotential bei schönem Wetter gut nutzen können. Diese Woche soll nun endlich der Sommer einkehren. Die nächsten Sonnentage sind entscheidend für die diesjährige Honigernte.

Wanderung 2015

Am Sonntag 31.05.2015 um 5:00 morgens gings los! Die Wanderung der Bienenkästen beginnt jeweils mit dem Schliessen der Fluglöcher früh am Morgen bevor der Bienenflugs einsetzt. Anschliessend werden die Kästen in einen Transportbus/Anhänger geladen. Die Fracht wird gesichert und die Fahrt zum Wanderplatz kann losgehen. Früh am Morgen herrschen um diese Jahreszeit in der Regel kühle Temperaturen, wodurch die Bienen noch nicht allzu aktiv sind. In einer vorsichtigen und möglichst ruhigen Fahrt erreichen wir nach rund 45 Minuten unseren Wanderplatz im Simplongebiet. Nun werden die Bienenkästen an ihrem vorgesehenen Platz aufgestellt und anschliessend die Fluglöcher geöffnet.

In den nächsten Tagen soll der Sommer kommen. Dies bedeutet, dass wir den idealen Zeitpunkt für die Wanderung erwischt haben, denn eine nasskalte Woche in den Bergen macht den Bienen zu schaffen.

Einen Tag nach der Wanderung zeigt die Waage bereits einen Tageszugewinn von über 300g an. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns auf die nächsten Tage!

Imkersaison 2015-2016

Dieses Jahr startet der Apigenia Blog etwas verzögert und wir freuen uns wieder über das Bienenjahr 2015-2016 zu berichten.

Seit März sind wir dabei unsere Völker auf die kommende Gebirgstracht Saison vorzubereiten. Unsere Völkerverluste über den Winter können als normal betrachtet werden, waren aber aufgrund der späten Schwärme im letzten Bienenjahr etwas höher als der langjährige Durchschnitt. Aus den Völkern welche gut überwintert haben, konnten wir in kurzer Zeit durch Halbieren die Völkerverluste ausgleichen. Somit sind wieder sämtliche Kästen für Wirtschaftsvölker besetzt.

Wir beobachten stets die Trachtverhältnisse im Gebirge und planen den idealen Zeitpunkt für die Wanderung. Die wechselhafte Witterung verzögert in diesem Jahr die Wanderung. Wir gehen aktuell davon aus, dass der richtige Zeitpunkt um die erste Juniwoche liegen wird. Die Hitzewelle von Ende Mai im Jahr 2014 erlaubte im letzten Jahr eine frühere Wanderung.

Das Waagvolk zeigt an, dass der Eintrag der Bienen bisher bescheiden ausfällt. Daher konnten wir nicht auf eine Überbrückungsfütterung der Bienen verzichten. Bei guter Witterung sollten die Bienen in den nächsten Tagen von der beginnenden Lindenblüte profitieren können.

Varroabehandlung

Nach der Ernte der Honigwaben widmen wir uns der Varroabehandlung. Bei gutem Wetter haben wir am Dienstag eine erste Behandlung mit Ameisensäure (60ml/60%) eingeleitet, eine weitere Behandlung (60ml/60%) folgt im Abstand von 2 Tagen am heutigen Donnerstag. Bereits hat starker  Milbenfall eingesetzt was erstens ein Zeichen ist, dass die Behandlung wirkt und zweitens zeigt, dass es höchste Zeit für eine Behandlung war (dies bestätigt die Kontrolle der Varroaunterlagen wo der Milbenfall nach dem Schlüpfen der letzten Drohnen stark zugenommen hat). Die Behandlung setzen wir bei allen Völkern auf dem Stand gleichzeitig an um zumindest einer Reinvasion der Milbe von Völkern am eigenen Stand vorbeugen zu können.

Wir arbeiten mit Deckbrettern welche eine Öffnung in der Grösse der Ameisensäuredispenser aufweisen. Die Öffnung ist von unten mit einem Gitter abgeschlossen, so dass keine Bienen ins Freie geraten können. Das Gitter erlaubt somit sämtliche Völker für die Behandlung ohne weitere Störung der Bienen vorzubereiten. In einem letzten Schritt giessen wir das abgemessene Volumen an Ameisensäure auf die Schwammtücher und schliessen die Dispenser und den Magazindeckel/Kasten. Der Arbeitsaufwand für die Behandlung sämtlicher Völker auf dem Stand beschränkt sich auf ca. 30min. Mit Brille und Atemschutzmaske ist der Imker gegen unerwünschte Nebenwirkung der Ameisensäurebehandlung geschützt.

Wir beobachten die Wirksamkeit der Behandlung optisch durch Zählen des Milbenfalls. Der Milbenfall hat bereits ein Tag nach der ersten Behandlung stark eingesetzt. Die Apigenia-Magazine sind mit einem Varroagitterboden und einer Unterlage ausgestattet. Die Unterlage kann ohne Störung der Völker gezogen und kontrolliert werden. Auch dies erlaubt eine zeitsparende und effiziente Arbeitsweise. Da wir den Bienen mit der Ameisensäurebehandlung schon einiges zumuten, möchten wir diese nicht noch zusätzlich stören.

Aktuell kommt wohl leider kein Imker in Zentraleuropa um eine effektive Varroabehandlung vor dem Winter herum. Trotz der Wirksamkeit der Varroabehandlung mit organischen Säuren ist dieses Vorgehen langfristige keine Lösung. Die Bienen sollten als Teil der Natur, wozu auch die Varroamilbe gehört, ohne spezielle Varroabehandlungen (keine der aktuellen Lösungen ist unserer Ansicht ein langfristige Konzept) überlebensfähig sein. Deswegen züchten wir gezielt auf Vitalität der Bienenvölker. Grob sollte diese Zuchtauswahl auch bieneneigene Eigenschaften gegen die Varroabehandlung fördern und im Bienenbestand erhalten. Allerdings kann der Effekt der Zucht, solange Varroabehandlungen durchgeführt werden, nicht isoliert gemessen werden. Dazu bräuchte es Referenzvölker an einem anderen Ort (mit ähnlichen Bedingungen) welche nicht behandelt werden. Als Imker sind einem diesbezüglich leider die Hände gebunden da man keine unbehandelten Völker verlieren möchte. Die Imkerschaft ist in diesem Bereich stark auf die Forschung angewiesen um dieses Dilemma zu lösen.

Die Bienenvölker zeigen sich aktuell nicht sehr flugfreudig. Dies ist damit zu erklären, dass es um diese Jahreszeit im Talgrund des Wallis keine ergibigen Nektar und Pollenquellen mehr gibt. Um dies zu ändern, möchten wir gerne in der näheren Umgebung des Bienenstandes zusätzliche Nektar- und Pollenspender (Spätblüher) sähen und anpflanzen. Es gibt einige Varianten mit einheimischen Pflanzen und Neophyten, welche wir aktuell noch abwiegen. Um eine Verbesserung des Angebots auf einer für die Bienen nützlichen Skala zu erreichen, ist allerdings die Zusammenarbeit zwischen Imker, Landwirten und Stadt-/Dorf-/Hobbygärtnern nötig.

Honigernte

Wie erwartet registrierten wir bis am 20. Juli dank etwas besseren Wetterbedingungen weitere Zuwächse auf der Waage. Es wurde jedoch höchste Zeit, die Bienenvölker abzuernten. Mithilfe der Bienenfluchten, welche wir für ca 24h eingesetzt haben, konnten wir die Magazinvölker auch bei Regenwetter ohne grosse Mühe abernten. Einzig beim Waagvolk, welches im Honigraum noch auslaufende Brut pflegte, hatte der Trick mit den Bienenfluchten nicht funktioniert. Es verblieben noch einige Bienen auf den Waben mit der Brut, welche wir im Volk belassen haben. Die Honigernte bei den Völker welche wir in CH-Kästen halten war wesentlich aufwändiger. Jede Wabe muss einzeln gezogen und abgewischt werden. Da das Volk während dieser Arbeit offen bleibt, werden die Bienen unruhig. Es ist nun unser Ziel, sämtliche CH-Kästen durch Apigenia-Magazine zu ersetzen.
Die Völker sind immer noch sehr stark und sogar die abgeschwärmten Völker haben wieder ordentlich an Bienenmasse zugelegt. Insgesamt sind wir mit dieser Bienensaison sehr zufrieden. Aufgrund der frühen Wanderung und der exzellenten Wetter- und Trachtverhältnisse Anfangs Juni, erfreuen wir uns über eine sehr gute Honigernte. Es stellte sich heraus, dass das Waagevolk eines unserer besten Völker war und somit auch eine überdurchschnittliche Honigernte einbrachte. Sämtliche Völker haben aber das geleistet oder sich so entwickelt, wie wir uns dies Anfangs Sommer erhofft haben. Dank der Waage hatten wir stets eine sehr gute Übersicht und Kontrolle, was am Bienenstand passiert und wie die Bienen die Tracht nutzen konnten. Die von der Waage gelieferten Informationen konnten wir gezielt nutzen um die Erweiterung unserer Völker vorzunehmen. Zudem war es auch ersichtlich, wieviele Flugbienen sich in dem Waagvolk ungefähr befanden. Diese Daten geben Rückschlüsse auf die Volkstärke und ein weiterer Hinweis ob mit einem Volk alles in Ordnung ist. Auch durch den Schwarmalarm, d.h. rapide Gewichtsabnahme von über 1kg tagsüber, waren wir über Schwarmabgänge informiert. Es ist auch unser Ziel in der nächsten Bienensaison mehrere Waagen in Serie zu schalten um mehrere Völker gleichzeitig überwachen zu können. Somit ergibt sich ein noch repräsentativeres Bild über das Geschehen am Bienenstand.
Nun gilt es so rasch als möglich mit der Varroabehandlung zu beginnen (wir warten dazu gutes Wetter ab um die Bienen nicht durch eine unwirksame Behandlung unnötig zu stressen) und die Bienenvölker für den Winter aufzufüttern.